Predators
Follow USA, 2010
Regie: Nimród Antal
Buch: Alex Litvak, Michael Finch

Adrien Brody
Laurence Fishburne
Danny Trejo

Predators

Bewertung
6.0
Positiv: Sehr launiger Beginn...
Negativ: ...flaut ab der Mitte aber stark ab
Leserwertung
6.6
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Als anfangs noch von „Robert Rodriguez‘ Predator 3“ gesprochen wurde, hielten viele erst mal die Luft an. Nach einem wenig relevanten und einem absolut unwürdigen Auftritt in den Alien vs. Predator-Teilen könnte die faszinierende Spezies endlich wieder angemessen in Szene gesetzt werden.
Schließlich sollte es doch nur ein Film werden, der auf Rodriguez‘ Drehbuchfassung basiert, während dieser nur in Produzentenrolle involviert sein würde. Die ungewöhnliche Liste der beteiligten Schauspieler und  die Tatsache, dass dieses Mal nicht auf der Erde, sondern auf einem fernen Planeten gejagt wird, reichte aber aus, um den Wartenden weiterhin den Mund wässrig zu machen.


Now, let’s find a way off this fucking planet.

Story

Royce weiß nicht, wie ihm geschieht. Eben noch Erdenalltag und plötzlich rast er unvermittelt aus mehreren hundert Metern Höhe auf einen Dschungel zu. Ein Fallschirm öffnet sich, er setzt zwischen den Bäumen auf und stellt kurze Zeit später unsanft fest, dass nicht nur ihm es so geht. Auch andere Menschen segeln unweit von ihm zu Boden. Ihre verbindende Gemeinsamkeit ist, dass sie alle den Konflikt zum Lebensinhalt angehoben haben. Soldaten, Söldner, Yakuza, Kartell-Angehörige. Nur Arzt Edwin fällt aus dem Schema.
Nach anfänglichen Misstrauensakten übernimmt der zerknirschte Royce das Kommando und schlägt sich mit dem wilden Haufen durch den Wildwuchs.
Schnell werden ein paar entscheidende Dinge klar. 1. Sie befinden sich nicht auf der Erde. 2. Sie sind nicht die Gefährlichsten auf dem Planeten. 3. Sie sind Beute.

Kritik

Ein Film, der damit beginnt, dass Adrien Brody aus allen Wolken fällt, kann so falsch nicht sein. Es wird keine Zeit verschwendet, in den ersten Minuten feuern sich die Figuren bereits jählings blaue Bohnen um die Ohren und nach und nach treffen sich sich Raubeine um Walton Goggins, Danny Trejo und Co, um als Team die Situation zu verstehen. Klingt nach Spaß und eigentlich ist es das auch. Im ersten Viertel geht es Schlag auf Schlag voran. Man lernt sich kennen, stößt auf Fallen und muss mit Predator-Schoßhündchen fertig werden. Das alles ist meilenweit davon entfernt, originell und klug zu sein, unterhält aber blendend und liefert in genau den richtigen Abständen neues Futter. Die Charaktere sind für sich genommen allesamt platt und ohne Relevanz für die Erzählung, unterhalten aber in der Gruppe durch ihre enorme Unterschiedlichkeit. Dabei versucht man zum Glück nicht zwanghaft, an den 87-er Sci-Fi-Kult mit Arni heranzukommen, sondern will niemals mehr sein, als ein harmloser, locker unterhaltender Actionfilm. Trotzdem lässt man es sich nicht nehmen, die Geschehnisse, die sich einst im zentralamerikanischen Dschungel ereigneten, mit ein paar Worten aufzugreifen. Schade, dass Predator 2 dabei gänzlich unerwähnt bleibt, Danny Glovers Spießroutenlauf durch LA war immerhin alles andere als unauffällig.
Wie dem auch sei. Nachdem alles im Dschungel anfing und im Großstadtdschungel fortgesetzt wurde, geht es nun also wieder zurück ins grüne Dickicht. Die erste Enttäuschung für den wissbegierigen Fan ist hierbei, dass es sich nicht um den Heimatplaneten der Dreads tragenden Aliens handelt, sondern um irgendeine Weltraumkugel beliebige, die von ihnen als offizielles Jagdgebiet und Spielwiese ausgesucht wurde. Wer sich tiefere Einblicke in die geheimnisvolle Existenz des überlegenen Volks erhofft hat, wird auch hier nicht bedient. Der strenge Ehrenkodex wird zwar nicht gebrochen, steht aber auch nicht im Zentrum. Es wird eine neue Unterart der Predators vorgestellt, abseits der Nennung aber nicht weiter thematisiert.

Dass der Zuschauer schon ab der ersten Minute weiß, wie der Hase läuft, ist klar, sofern er sich nicht von den Filmen, Spielen und Comics der letzten Jahrzehnte ferngehalten und auch einen Bogen um die Inhaltsangabe von Predators gemacht hat. Die Protagonisten rätseln also ohne ihn, was dank den anfänglichen Schauwerten aber kein wirkliches Problem ist.
Was hingegen ein solches darstellt, ist der Umstand, dass der Sci-Fi-Film nach seinem zügigen Anfang sein ganzes Pulver verschossen hat.
Man trifft auf einen beleibten Laurence Fishburne als durchgeknallter Einsiedler und pirscht später lange Minuten über die nächtliche Planetenoberfläche. Es wird einfach nichts mehr Neues geboten. Das Tempo lässt nach, die Action ist vollkommen einfallslos, die Charaktere zu dumpf, um Identifikation zu ermöglichen, und die Story beschränkt sich auf „Wir sind in einem Wald“. Und so zieht es sich dann bis zum ebenfalls sehr nüchternen Finale hin, ehe der Film endet, ohne ein wirkliches Ende zu haben. Einen erstaunlich auffälligen Logikfehler gibt es vor dem Abspann als Dreingabe.

Natürlich ist Adrien Brody der eigentliche Clou des Filmes. Der Herr mit der markanten Hakennase, der sich meist als vielschichtiger Charakterdarsteller im Arthausfilmen hervorgetan hat, steht waffenstrotzend wie das sprichwörtliche Männlein im Walde und kämpft gegen niemand geringen als die gottverdammten Predators. Völlig gegen den Strich besetzt, gibt er nicht nur den harten Hund; er ist trotz seiner charismatischen Führungsfunktion kein Sympathieträger, sondern ein erbarmungsloser Egomane mit reichlich fragwürdigen Moralvorstellungen.
Der Schauspieler soll unnachgiebig dafür gekämpft haben, diese Rolle übernehmen zu dürfen und im Vorfeld auch schon für potenzielle Folgefilme unterschrieben haben. Eine interessante Entwicklung, die Herr Brody da forciert, zu der man auch Splice – Das Genexperiment zählen darf.
Schlecht macht er seine Sache beileibe nicht. Trotz interessanter Ansätze gibt seine Figur aber viel zu wenig her, als dass er sich großartig hervortun könnte, zudem auch die vorhersehbare Katharsis am Ende wie auf Kommando stattfindet.

Unverständlicherweise sehen die (zum Glück sehr seltenen) Explosionen erschütternd hässlich aus. Das irritiert vor allem deshalb, weil die Predators und ihre diversen Jagdwerkzeuge optisch absolut überzeugen und auch die Panoramen des fremden Planeten recht schick und glaubhaft sind.
Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen, scheint die FSK ab 18 übrigens mehr Werbung als wirklich fundierte Einschätzung zu sein. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern läuft die Action nämlich sehr sauber und frei von wirklichen Ausbrüchen ab.

Fazit

Beginnt als schicker Survivial Streifen mit unverbrauchtem Szenario, lässt dann aber stark nach und wird von Szene zu Szene generischer und einfallsloser. Lobenswert ist, dass man nicht zu plagiieren versucht, den ersten Teil aber trotzdem anerkennt – und am Ende mit großer Lust zitiert.
Die Klasse der beiden Vorgänger wird, wenig überraschend, nicht erreicht.
Besser als der elende Alien vs. Predator 2 ist Predators aber allemal.

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