Resident Evil: Retribution
Follow D, 2012
Regie/Buch: Paul W. S. Anderson

Milla Jovovich
Sienna Guillory
Michelle Rodriguez
Kevin Durand

Resident Evil: Retribution

Bewertung
3.6
Positiv: Sehr stimmiger Anfang
Negativ: Ideenlose Hetzjagd, die trotz dauernder Hektik schnell langweilt
Leserwertung
4.0
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Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, dass Paul W. S. Anderson zurück zu seiner Filmreihe Resident Evil gekehrt ist und mit Resident Evil: Afterlife ein durchaus spaßiges Comeback lieferte. Das Rezept war denkbar simpel: Geschichte, Atmosphäre, Charakterzeichnung wegrationalisieren, dafür durchkomponierte Action am laufenden Band.
Eigentlich also wenig Anlass zu Sorge, doch wenn nach so kurzer Zeit bereits eine weitere Fortsetzung ins Haus steht, ist das meist kein gutes Omen.


In allen Korridoren Vernichtungslaser aktivieren.

Story

Die Geschichte schließt nahtlos an das Ende von Teil 4 an. Ein riesiges Geschwader der Umbrella Corporation entert das das Schiff Arcadia. Alice wird geschnappt, Jill wird abermals gebrustkäfert und somit von der skrupellosen Organisation instrumentalisiert und der Rest der Besatzung fällt.
Mittlerweile hat der Zentralcomputer Red Queen die vollständige Kontrolle über die Firma übernommen und selbst die nicht totzukriegende Nemesis Luther West ist machtlos gegen die KI.
Dank der Hilfe von Ada Wong, die mittlerweile die Fronten gewechselt hat, gelingt Alice die Flucht. Zumindest fürs Erste, denn es stellt sich heraus, dass ein Entkommen aus dem geheimen Umbrella-Stützpunkt gar nicht so einfach ist.

Kritik

Von der beispiellos lächerlichen, unnötig langen, aber mittlerweile ja obligatorischen Einführungsrede abgesehen, beginnt der Film eigentlich vielversprechend.
Nicht nur wegen des fließenden Übergangs der Erzählung erweckt der fünfte Teil der Serie den Eindruck, dort weiterzumachen, wo der letzte Film aufhörte. Alice als Engelssilhouette und die gesamte Startsequenz rückwärts und in Slow Motion zu zeigen, entbehrt jeglichen Sinns, ist aber witzig und sehr stimmungsvoll. Direkt danach springt der Film zu einer Alice, die von Zombies, T-Virus und Weltuntergang nichts weiß. Als Familienmutter erlebt sie die Apokalypse zum ersten Mal. In diesem kleinen Einschub wird tatsächlich etwas geboten, das man in einem Resident Evil-Film nicht erwarten würde – richtige Horrorelemente.
Leider endet der gute Part des Filmes an dieser Stelle.

Was folgt, ist ein eintöniger Spießrutenlauf durch viele künstliche Stadteile, der den vollmundigen Slogan „Evil goes global“ als Mogelpackung enttarnt. Auf dem Papier ist das ein toller Aufhänger dafür, noch mehr und noch spektakulärere Actionexzesse aneinanderzureihen, in der Praxis entpuppen sich die einzelnen Gebiete aber als einander viel zu ähnliche Schauplätze immer gleicher Ballerorgien. Die imposanten Choreographien aus Afterlife, die mehr Ballett als Kampf waren, haben am Anfang des Filmes noch Platz, wiederholen sich dann aber zu oft und weichen recht bald ermüdenden Schusswechseln. Die einzig nennenswerte Variation ist die Größenzunahme der Monster. Und wenn ein Viech schon mal dagewesen ist, wird es nun einfach verdoppelt. Doch die röhrenden Untiere wirken nie bedrohlich, da Alice so gestählt ist, dass sie ohne ein Wimpernzucken durch die Gegnermengen pflügt. Zwar greift sie sich ein paar Mal im Film schwankend an eine Bauchwunde, doch bleibt auch diese absolut folgenlos. Irgendwann ist Resident Evil: Retribution nur noch laut, arm und egal – und erinnert damit frappierend an Sucker Punch.
Weder Schlampereien in der Filmlogik, z.B. dass man inmitten einer Zombieinvasion in einem Auto mit heruntergekurbelten Scheiben spazieren fährt, noch die übertriebene Selbstdarstellung des Filmes, die in Zeitlupe fliegende Pistolenmagazine mit Chören untermalt, stören. Nicht einmal die Pornodialoge, die es tatsächlich schaffen, den Vorgänger rückwirkend als wortgewandt dastehen zu lassen, sind ein wirkliches Problem. Der große Fehler ist einzig und allein, dass sich der Film in seinem einheitlichen Brei aus unaufhörlicher Action selbst erschöpft. Das, was hingegen immer noch recht gut funktioniert, ist der 3D-Effekt.
Einige werden sich freuen, dass sich Resident Evil hier zum ersten Mal wirklich wie ein Videospiel gibt. Die einzelnen Stadtabschnitte fühlen sich an wie Levels, die großen Monster wie Zwischengegner und es finden noch mehr Elemente aus der Vorlage Einzug in die Filmwelt. Mit der Wiederkehr von Red Queen in Form der schmollenden Göre, dem holprigen Zusammenlaufen von ein paar Handlungssträngen und der Wiedervereinigung einiger Charaktere wollte Anderson vermutlich die einzelnen Serienfragmente zu einem Ganzen zusammenfügen. Doch da es abseits der plötzlich auftauchenden Figuren gar keine Geschichte gibt und einem die ganze Angelegenheit nach der zwanzigsten Schießerei schon herzlich egal ist, gelingt auch dies nur bedingt.
Kurz vor dem traditionellen Cliffhanger strapaziert ein nicht enden wollender Schlusskampf ein letztes Mal die Geduld des Zuschauers, bis sich ein Rudel Tiefseezombies erbarmt und der Sache ein Ende setzt.

Fazit

Viel, sehr viel Lärm um nichts. Während Resident Evil: Afterlife mit Ästhetik und Abwechslung noch halbwegs überzeugen konnte, merkt man Ableger Nummer 5 der Endzeit-Saga die knappe Produktionszeit deutlich an.
Sobald der Film nur noch drittklassige Ideen hat, seine Action zu präsentieren, kentert das gesamte Konzept.

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Resident Evil: Retribution, 4.0 out of 10 based on 7 ratings

1 Kommentar

  1. Daniel M.
    24. September 2012, 09:19

    Die ganze Reihe ist ziemlicher Schrott. Selbst der sonst so gelobte erste Teil von 2002 war Mist und pure Effekthascherei. Hab mir letztens noch mal alles davon angesehen, weil ich verstehen wollte, was alle an den Filmen finden. Bis auf ein paar wenige Stellen ist die ganze Serie aber nur zum ärgern und gähnen. Aber ich habe auch nichts davon in 3D gesehen. Kann mir aber auch nicht vorstellen dass das die Serie erträglicher macht. Eher im Gegenteil. Ganz ganz furchtbar.
    Allerdings fand ich Afterlife noch schlechter als diesen hier.

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